Eis-Chaos: Österreichische Hilfe zeigt Erfolg.

Datum 6.2.2014 13:41:11 | Kategorija: Slovenija

Wäre der Anlass nicht derart ernst, man könnte meinen, ein kristallenes Märchenreich zu durchstreifen. In mehreren Bezirken nahe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ist nahezu die gesamte Landschaft mehrere Zentimeter dick mit Eis überzogen. Bäume wie aus Glas stehen neben der Straße, kaum einer noch aufrecht.
Der KURIER ist seit Dienstagabend vor Ort (mehr dazu in der Bilderstrecke): „Wir sind mit rund 120 Mann und 60 Fahrzeugen im Einsatz“, schildert Max Ovecka, derzeit Einsatzleiter vor Ort. Bis Dienstag war Landesfeuerwehrchef  Dietmar Fahrafellner selbst im Einsatzgebiet. Er ist mittlerweile zurück beim  Landesführungsstab in Tulln, der den gesamten Einsatz koordiniert. Die Niederösterreicher waren die ersten Helfer vor Ort. „Am Sonntag wurden wir alarmiert, am Montag um neun Uhr waren wir schon an der Grenze“, schildert Alexander Zsivkovits vom Bezirksfeuerwehrkommando Krems. „Das geht nur mit engagierten Freiwilligen“, ist er überzeugt

Hilfe "selbstverständlich"

Hunderte Kilometer anzureisen, um Hilfe zu leisten, ist für für ihn und Kommandant Ovecka eine Selbstverständlichkeit: „Wir in Niederösterreich waren vom Wintereinbruch nicht stark betroffen. Also helfen wir hier.“

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Kurze Einsatzpause der fleißigen Helfer aus Krems (v.li.n.re.): Stephan Steller, Robert Pölz, Andreas Herndler, Alexander Zsivkovits - Foto: Matthias Hofer
Der Einsatz ist auf längere Zeit angelegt. „Wir bleiben zunächst 14 Tage“, sagt Ovecka. "Aber wenn es länger erforderlich ist, werden wir das auch schaffen." Schon am Mittwoch sind die ersten Ablösen eingetroffen, eine größere Rochade ist für Samstag geplant.

Erfolg

Erste Erfolge können sich sehen lassen. In den Gemeinden Logatec, Cerknica und Postojna konnten die meisten Haushalte wieder mit Strom versorgt werden. „Wir haben 24 Dieselaggregate im Einsatz“, sagt Ovecka. Mit Abstand die meisten Stromerzeuger aller Hilfskräfte vor Ort. Helfer aus Salzburg und deutsche Feuerwehrleute brachten zunächst je drei Aggregate in Stellung. „Aber die schießen jetzt nach“, weiß der Einsatzleiter aus St. Pölten. Katastrophenhelfer aus Hessen sind Dienstagnacht mit zehn Großaggregaten im Einsatzzentrum in Logatec eingetroffen. Bonmot am Rande: Ihre Lkws wurden von nö. Unimogs zum Parkplatz geschleppt.

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Foto: Zsivkovits/BFK Krems

Die Menge der verbrauchten Betriebsmittel ist riesig: "Ein Aggregat benötigt in 24 Stunden rund 500 Liter Diesel", rechnet Owecka vor. Der Treibstoff und auch die Versorgung mit lebensmitteln wird von den Slowenen besorgt. "Das funktioniert recht gut. Wir können uns nicht beschweren."

Einer der größten Erfolge gelang den Niederösterreichern in Postojna: Mit einem großen 500-KVA-Aggregat wird dort das örtliche Krankenhaus mit Strom versorgt. In Cerknica wurde ein Pumpwerk wieder in Schwung gebracht, damit die Bevölkerung wieder mit Wasser versorgt werden kann.

„Die Dankbarkeit der Menschen ist unglaublich groß“, erzählt Robert Pölz, Helfer aus Lengenfeld bei Krems. „Man ist kaum irgendwo eingetroffen und hat vielleicht noch gar nichts gemacht, schon kommen die Leute mit Kaffee und Kuchen.“ Was Pölz noch beeindruckt: „Die Stimmung in der Bevölkerung. Die Menschen waren jetzt vier, fünf Tage ohne Strom und nehmen es trotzdem irgendwie gelassen hin. Bei uns wäre das vermutlich nicht so.“

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Aufmerksamkeit für die Kameraden im Einsatzzentrum in Logatec - Foto: Zsivkovits/BFK Krems


In der Einsatzpause kommen einige Kameraden ins Grübeln. „Ein Anschluss, um Notstrom ins Haus einzuspeisen – ich überlege mir das schon für mein Zuhause. Ein Stromaggregat ist vielleicht im Notfall schnell aufgetrieben, aber das ganze Haus dann mit Strom zu versorgen, ist eine andere Geschichte.“

Gefahr

Aktuell ist in der Region Tauwetter prognostiziert: die Einsätze werden gefährlicher. Beim Freischneiden von Leitungen lösen sich tonnenschwere Eisplatten und krachen mit unbändiger Gewalt zu Boden. "Ein kleiner Teil der Ortschaften konnte bereits wieder ans Stromnetz gehen, sagt Owecka. "Wir rücken dort dann ab und schlagen uns in kleinere Dörfer und zu Gehöften durch, um dort die Strom und Wasserversorgung sicherzustellen. Vor allem für die Bauern ist die Situation belastend, viele können ihre Tiere nicht tränken."

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